Urteilsarchiv – Aktuelle Rechtsprechung

Urteilsarchiv

Aktuelle Rechtsprechung zu Mängeln beim Immobilienkauf. Alle Urteile mit Leitsatz, Sachverhalt und Entscheidung ausführlich kommentiert.

Urteile filtern
Finden Sie relevante Urteile nach Suchbegriff, Gericht, Jahr und Mangeltyp

Urteile 1–10 von 24 · Seite 1 von 3

Keine generelle Offenbarungspflicht für Mangelbeseitigung in EigenleistungDachschäden
OLG Celle19. Dezember 2025
Keine generelle Offenbarungspflicht für Mangelbeseitigung in Eigenleistung
Az.: 4 U 156/25

Käufer einer Immobilie scheitern mit ihrer Klage auf Erstattung von Dachdeckerkosten (21.596,64 €). Das OLG Celle bestätigt: Kein arglistiges Verschweigen, wenn der Verkäufer nach eigener Mangelbeseitigung keine Anhaltspunkte für deren Unzulänglichkeit hatte – auch bei Eigenleistung. Revision beim BGH anhängig.

Urteil lesen →
Schadstoffbelastung: Unterschiedliche Geruchswahrnehmung schließt Arglist ausUmweltgifte
OLG Hamm17. Februar 2025
Schadstoffbelastung: Unterschiedliche Geruchswahrnehmung schließt Arglist aus
Az.: 22 U 117/23

OLG Hamm entscheidet: Käufer kann Kenntnis der Verkäufer über Schadstoffbelastung nicht nachweisen. Menschen nehmen Gerüche unterschiedlich wahr. Makler hatte Käufer auf mögliche Schadstoffbelastung hingewiesen. Gewährleistungsausschluss bleibt wirksam.

Urteil lesen →
Kein Rücktrittsrecht bei fehlender Bebaubarkeit trotz mündlicher ZusicherungGrundstücksmangel
LG Krefeld8. Mai 2024
Kein Rücktrittsrecht bei fehlender Bebaubarkeit trotz mündlicher Zusicherung
Az.: 5 O 323/22

Mündliche Zusicherungen zur Bebaubarkeit eines Grundstücks vor dem Notartermin begründen keine Beschaffenheitsvereinbarung, wenn sie nicht in die notarielle Urkunde aufgenommen werden. Der Gewährleistungsausschluss bleibt wirksam.

Urteil lesen →
LG Hamburg: Vorkaufsrecht ohne notarielle Beurkundung wirksamVorkaufsrecht / Formfragen beim Immobilienkauf
LG Hamburg12. Juli 2023
LG Hamburg: Vorkaufsrecht ohne notarielle Beurkundung wirksam
Az.: 334 O 119/23

Das LG Hamburg entschied, dass die Ausübung eines Vorkaufsrechts durch anwaltlichen Schriftsatz formwirksam ist – eine notarielle Beurkundung ist nicht erforderlich. Zusätzliche Bitten im selben Schreiben (z.B. Aufnahme der Ehefrau in den Kaufvertrag) gelten nicht als aufschiebende Bedingungen. Der Beklagte wurde zur Zahlung von € 550.000 Zug um Zug gegen Auflassung verurteilt. Ein Minderungsrecht wegen fehlender Baugenehmigung für Umbaumaßnahmen aus 1982/83 verneinte das Gericht, da die Bauprüfbehörde bestätigte, dass eine Baugenehmigung nach heutigem Recht nicht mehr erforderlich ist und keine arglistige Täuschung durch die Verkäuferin vorlag.

Urteil lesen →
LG Essen: Verspätete Genehmigung des vollmachtlosen Vertretergeschäfts – Kaufvertrag unwirksamVollmacht / Vertragsschluss / Formfragen beim Immobilienkauf
LG Essen1. Februar 2023
LG Essen: Verspätete Genehmigung des vollmachtlosen Vertretergeschäfts – Kaufvertrag unwirksam
Az.: 9 O 123/21

Das LG Essen wies die Schadensersatzklage einer Käuferin ab, weil der Kaufvertrag mangels rechtzeitiger Genehmigung des vollmachtlosen Vertretergeschäfts nie wirksam zustande gekommen war. Die Käuferin hatte den notariellen Kaufvertrag durch einen vollmachtlosen Vertreter abgeschlossen. Nachdem die Erben der verstorbenen Verkäuferin die Genehmigung forderten, erklärte die Käuferin diese zwar innerhalb der Zwei-Wochen-Frist gegenüber einem Notar – jedoch nicht gegenüber den Beklagten als Geschäftsgegner. Die Genehmigungserklärung ging dem beurkundenden Notar erst nach Fristablauf zu und war damit wirkungslos.

Urteil lesen →
Altlastenverdacht und Aufklärungsverpflichtung beim GrundstückskaufAltlasten
Bundesgerichtshof (BGH)11. November 2022
Altlastenverdacht und Aufklärungsverpflichtung beim Grundstückskauf
Az.: V ZR 213/21

Wenn der Verkäufer vom Verdacht auf Altlasten weiß und diese Information beim Verkauf absichtlich verschweigt, liegt arglistige Täuschung vor.

Urteil lesen →
KG Berlin: Auflassungsverlangen vor vollständiger Fertigstellung – 8,5 % Restbetrag ist noch „geringer Kaufpreis"Bauträgermangel / technische Anlage (BHKW) / Auflassung
KG Berlin18. Oktober 2022
KG Berlin: Auflassungsverlangen vor vollständiger Fertigstellung – 8,5 % Restbetrag ist noch „geringer Kaufpreis"
Az.: 7 U 41/21

Käuferin einer Neubauwohnung kann die Eigentumsumschreibung verlangen, obwohl noch ca. 8,5 % des Kaufpreises offen sind – denn das mangelhaft hergestellte Blockheizkraftwerk begründet einen Verzug des Bauträgers mit der Mängelbeseitigung. Ein offenstehender Betrag von 8,5 % ist noch als „geringer Kaufpreis" im Sinne der Bauträgervertragsklausel anzusehen.

Urteil lesen →
Kaufpreisminderung wegen Unterschreitung der geschuldeten WohnflächeFalsche Angaben
OLG Hamm23. Juni 2022
Kaufpreisminderung wegen Unterschreitung der geschuldeten Wohnfläche
Az.: I-22 U 91/21

OLG Hamm entscheidet: Weicht die tatsächliche Wohnfläche einer Eigentumswohnung um mehr als 10% von der Exposé-Angabe ab, liegt ein Sachmangel vor. Käufer haben Anspruch auf Kaufpreisminderung, auch wenn ein Gewährleistungsausschluss für "genaues Flächenmaß" vereinbart wurde – sofern der Verkäufer grob fahrlässig oder arglistig gehandelt hat. Hier: 19,5% Abweichung (120 m² → 96,60 m²) führt zu 21.855 € Minderung.

Urteil lesen →
Kein Sachmangel und keine Aufklärungspflicht beim Suizid der Vor-VoreigentümerinArglistige Täuschung
LG München I19. Mai 2022
Kein Sachmangel und keine Aufklärungspflicht beim Suizid der Vor-Voreigentümerin
Az.: 20 O 8471/21

Käufer sollten bei Immobilien, deren Vorgeschichte sie interessiert, gezielt nachfragen. Ohne konkrete Nachfrage besteht nach dieser Entscheidung keine generelle Pflicht von Verkäufer oder Makler, über den Suizid eines früheren Eigentümers aufzuklären – insbesondere wenn das Ereignis bereits länger zurückliegt. Wer solche Umstände als kaufentscheidend ansieht, muss dies im Rahmen der Vertragsverhandlungen ausdrücklich ansprechen. Zudem zeigt der Fall: Auf dem angespannten Münchner Immobilienmarkt ist ein Wertverlust durch derartige Vorgeschichten kaum nachweisbar, wenn die Lage und Marktlage den Preis stützen.

Urteil lesen →
Falsche Angaben zur Kellersanierung im ExposéFeuchtigkeitsschäden
Kammergericht Berlin28. Januar 2021
Falsche Angaben zur Kellersanierung im Exposé
Az.: 20 U 1052/20

Wenn im Exposé steht, dass Haus und Keller aufwendig saniert wurden, darf der Käufer erwarten, dass der Keller den Standards entspricht und trocken ist.

Urteil lesen →
Rechtliche Hinweise

Die hier dargestellten Urteile dienen ausschließlich der Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall ist individuell zu bewerten.

Für eine fundierte rechtliche Einschätzung Ihres konkreten Falls kontaktieren Sie bitte unsere Kanzlei. Wir beraten Sie gerne zu Ihren Ansprüchen beim Immobilienkauf.

Schilling Rechtsanwaltskanzlei

Schilling Rechtsanwälte

Wir sind eine auf Immobilienrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei mit langjähriger Erfahrung in der Beratung von Käufern und Verkäufern von Immobilien. Unser Schwerpunkt liegt auf der Durchsetzung von Ansprüchen bei Mängeln, arglistiger Täuschung und Gewährleistungsfragen beim Hauskauf.

Mit fundiertem Fachwissen und individueller Beratung unterstützen wir Sie dabei, Ihre Rechte durchzusetzen und optimale Lösungen für Ihren Fall zu finden.

Service & Rechtliches

© 2026 Schilling Rechtsanwälte. Alle Rechte vorbehalten.

Die Inhalte dieser Webseite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.

Cookie-Hinweis: Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung zu bieten. Wir verwenden Google Analytics zur Analyse der Website-Nutzung. Durch Klicken auf "Akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

4,9· Kundenbewertungen